Leistungen

Dr. Frank Nippes

Unsere Abteilung Unfallchirurgie weist ein breites operatives Spektrum auf:

Ein innovatives Verfahren bei der operativen Behandlung von Knochenbrüchen ist der Einsatz von sog. winkelstabilen Implantaten. Dabei handelt es sich um Platten, bei denen die Löcher mit feinen Gewinden ausgestattet sind. In diese werden die entsprechenden Schraubenköpfe genau eingepasst und fixiert. Selbst im osteoporotischen Altersknochen wird so ein vorzeitiges Auslockern der Schrauben verhindert. Da kein Anpressen der Platte an den Knochen erfolgt, werden Knochenhaus und Durchblutung geschont. Mt den winkelstabilen Implantaten kann der Bruch zudem übungsstabil versorgt werden. Der Patient kann schon einen oder zwei Tage nach der Operation mit den krankengymnastischen Übungen beginnen. Damit wird sichergestellt, dass die Beweglichkeit der betroffenen Extremität gewahrt bleibt und ein günstiges funktionelles Ergebnis erwartet werden kann. Vor allem für ältere Patienten bedeutet eine schnelle Mobilisation und einen Erhalt der Unabhängigkeit.

Auch bei hüftgelenksnahen Frakturen (z. B. Oberschenkelhalsbrüche) ist durch die Möglichkeiten der modernen Unfallchirurgie heute keine lange Bettlägerigkeit mehr notwendig, die gerade bei älteren und alten Menschen erhebliche Gefahren wie Druckgeschwüre (Dekubitus) oder Lungenentzündung mit sich bringt. Bei sog. instabilen Brüchen, bei denen der Oberschenkelkopf vom –hals getrennt ist, wird eine Prothese eingesetzt, die den gebrochenen Gelenkkopf ersetzt und sofort belastbar ist. Bei jüngeren Patienten bzw. Brüchen im oberen Schaftbereich kann gelenkerhaltend operiert werden. Dabei wird der Bruch gerichtet und mit sog. Marknägeln dauerhaft stabilisiert. Wie die winkelstabilen Platten bestehen auch diese aus dem körperverträglichen Material Titan.

Ältere Menschen sind besonders sturzgefährdet. Durch die altersbedingte verminderte Knochenqualität können durch Bagatell-Stürze komplexe Knochenbrüche verursacht werden.
Durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen unseren Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapie und Ergotherapie soll im Bereich Alterstraumatologie eine ganzheitliche Behandlung älterer unfallchirurgischer Patienten vom Zeitpunkt der Aufnahme bis hin zur Entlassung gesichert werden. Auch der Sozialdienst der Ortho-Klinik sowie unser Hilfsmittelkompetenzzentrum helfen mit, Ihre Rückkehr in die ursprüngliche häusliche und soziale Umgebung zu ermöglichen.

Neben Verschleißerscheinungen wie Arthrose sind die Gelenke vor allem bei körperbetonten Sportarten wie Skifahren, Ball- oder Kampsport besonders gefährdet. Neben Schädigungen des Innen- und Außenmeniskus zählen Bänder- und Kreuzbandrisse im Knie zu den häufigsten sportbedingten Verletzungen.

In besonderen Fällen (z. B. bei Kindern oder älteren Patienten) bzw. wenn keine gravierenden Instabilitäten vorhanden sind, kann ein Kreuzband ggf. konservativ – also ohne Operation – behandelt werden. Insbesondere bei Rissen im vorderen Kreuzbnand ist jedoch der operative Ersatz des Bandes notwendig (Kreuzbandplastik). Dabei empfiehlt sich ein Eingriff in der Mehrzahl der Fälle erst, wenn das Knie abgeschwollen und wieder frei beweglich ist. In der Regel wird das vordere Kreuzband durch Teilstücke aus der Patellasehne ersetzt, die zwischen Kniescheibe und Schienbein liegt. Das Transplantat wird mithilfe von Schrauben am Knochen verankert. Im Laufe der Zeit heilt die Sehne fest im Knochen ein und gibt dem Kniegelenk wieder die gewohnte Stabilität. In den meisten Fällen erfolgt die Kreuzbandrekonstruktion arthroskopisch, also mit minimal-invasiver Technik. Im Anschluss ist eine konsequente physiotherapeutische Nachbehandlung notwendig, um möglichst schnell eine normale Kniefunktion ohne bleibende Beschwerden zu erreichen.

Arbeits-, Schul- und Wegeunfälle (BG / D-Arzt-Verfahren) sind im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaften versichert. Die Behandlungskosten werden also nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen.

Unfallverletzte sind nach Arbeits-, Schul- und Wegeunfällen einem Durchgangsarzt vorzustellen, wenn

  • die Unfallverletzung über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt,
  • oder die notwendige ärztliche Behandlung voraussichtlich über eine Woche andauert
  • oder Heil- und Hilfsmittel zu verordnen sind,
  • oder es sich um eine Wiedererkrankung aufgrund von Unfallfolgen handelt.

Durchgangsärzte sind Fachärzte für Chirurgie oder Orthopädie und Unfallchirurgie mit besonderen Qualifikationen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Unfallchirurgie. Die Ortho-Klinik Dortmund ist für die Aufnahme und Behandlung von Unfallverletzungen rund um die Uhr eingerichtet.